Ein Herz aus Schokolade
Komödie von Valerie Setaire
Regie: Marco Linke
Weyher Theater, 2026
Presse
Süße Komödie mit Biss: „Ein Herz aus Schokolade“ verführt im Weyher Theater mit köstlichen Verwicklungen, Slapstick, skurrilen Verwechslungen und zarten Momenten voller Melancholie
Noch bevor der erste Satz ganz verklungen ist, brandet das Gelächter auf – warm, laut, ansteckend. So beginnt der Freitagabend im ausverkauften Weyher Theater, und so wird er auch nach gut zwei Stunden enden: mit stehenden Ovationen, Lachtränen und dem dringenden Wunsch, sofort eine Tafel Schokolade zu kaufen.
Mit „Ein Herz aus Schokolade“ ist Regisseur Marco Linke eine Inszenierung gelungen, die nicht nur süß, sondern auch überraschend tiefgründig daherkommt – ein Stück, das Slapstick und leise Melancholie so kunstvoll mischt wie dunkle Kuvertüre und einen Schuss Cognac.
Mittendrin: Henri Ledoux, Meister seines Fachs, Lieferant für Könige, Präsidenten – und neuerdings: Mann ohne Geschmack. Schauspieler Marcus Rudolph mimt diesen Ledoux nicht als polternden Wüterich, sondern als grummeligen, verletzten Melancholiker, dessen Welt leise zerbröselt ist. Was folgt, ist eine Parade der Missverständnisse. Frauen betreten den Laden – manche auf Jobsuche, andere auf Partnersuche, einige auf beidem, wenige auf Rachefeldzug.
Heidi Jürgens spielt sie alle. Und wie! Mit Akzenten, Körperkomik, Perücken und Kostümen verwandelt sie sich im Sekundentakt: in die lüsterne Verführerin, die verzweifelte Arbeitssuchende, die russische Domina. Insgesamt bringt sie es auf sechs Rollen. Jeder Auftritt ein Treffer, jede Figur ein neues Gelächter. Das Publikum reagiert hörbar: spontanes Klatschen mitten in der Szene, befreiendes Auflachen, zustimmendes Gemurmel. Theater als kollektives Glücksgefühl.
Für zusätzlichen Witz sorgt Christian Schliehe als Dr. Margaux – ein Mediziner, der mehr über Weine als über Krankheiten weiß und dessen Stethoskop gefühlt öfter an einer Flasche als an einem Patienten hängt. Seine Therapieansätze sind mindestens fragwürdig, aber unfassbar charmant.
Sven Mein als Pascal Gaspard bringt jugendliches Temperament in die ehrwürdige Chocolaterie. Er will modernisieren, experimentieren, Weinpralinen entwickeln – und eckt damit an. Der Konflikt zwischen Tradition und Erneuerung wird hier nicht mit erhobenem Zeigefinger verhandelt, sondern mit Wortwitz und viel Alkohol.
Bei aller Komik verliert das Stück nie sein Herz. Marcus Rudolph zeichnet Ledoux als Mann, der alt wird, Angst hat und sich nach Nähe sehnt. Gerade diese leisen Momente – ein Zögern, ein Blick, ein Seufzer – geben der Farce Tiefe. Als am Ende neue Pralinen, neue Liebe und neuer Lebensmut Einzug halten, fühlt sich das nicht kitschig, sondern verdient an.
„Ich habe mich zeitweise so schlappgelacht, dass ich fast die Schokolade auspacken wollte“, erzählt eine Zuschauerin nach der Aufführung. Und ein anderer Theaterfreund schwärmt: „Ein Stück, das süchtig macht – nach Lachen und nach Leben! Ich komme definitiv wieder.“ Fazit: „Ein Herz aus Schokolade“ ist eine Komödie mit perfektem Timing, großartigen Darstellern und einer Geschichte, die trägt. Sie schmeckt nach Lachen, nach Wehmut – und nach Hoffnung. Nach dieser Premiere darf man sagen: Das wird ein Dauerbrenner. Oder, um es französisch zu sagen: Très délicieux.
(aus Kreiszeitung, Januar 2026)
Das Weyher Theater hat am Freitag mit dem neuen Stück "Ein Herz aus Schokolade" eine umjubelte Premiere gefeiert
Was gibt es Schöneres, als sich an einem grauen, kalten Januarabend von einer herzerwärmenden Komödie mit süßen Momenten, sympathischen Darstellern, überraschenden Wendungen, reichlich Situationskomik und vor allem ganz viel Herz verwöhnen zu lassen? Genau dieses Wohlfühlprogramm erwartet die Besucher derzeit im Weyher Theater. Am Freitagabend stand die Premiere der Komödie "Ein Herz aus Schokolade" von Valerie Setaire auf dem Programm. Kein Wunder, dass das Fazit vieler am Ende der zwei seelenwärmenden Stunden lautete: "Es war so schön."
Das Publikum hat den Abend in der heimeligen Chocolaterie offensichtlich genossen. Mit Gelächter, Szenenapplaus und stehenden Ovationen honorierte es die treffsicheren Pointen, liebevollen Dialoge und passenden Gesten und Mimiken des sympathischen Schauspiel-Quartetts auf der Bühne.
(aus Weser Kurier, Februar 2026)